Der Wunsch
einer Achtjährigen

So lang' ich mich erinnern kann,
ist es mein Wunsch gewesen,
daß ich die Bibel haben kann;
ich wollt so gern drinn' lesen!



So viele Menschen kannte ich,
die habe ich gefragt:
habt ihr nicht eine "Heilge Schrift" ? -
sie haben nein gesagt.

Da sprach ich innig ein Gebet;
wollt Gottes Wort doch kennen,
dass jemand meinen Wunsch versteht,
mein sehnend heißes Brennen!

Da traf ich einen alten Mann,
vom Leben schon gebeugt;
dem trug ich meine Sorgen vor;
er hat sich sehr gefreut!

Er nahm mich sachte bei der Hand,
ging mit mir in sein Haus;
stieg mühsam auf den Boden dann
und packte Kisten aus.

Er suchte eifrig, wie beglückt,
bis er es dann gefunden,
das Heilge Buch, vergilbt, verknickt
und nicht mehr eingebunden......

Gab's mir behutsam in die Hand
und leuchtend war sein Blick -
er sprach kein Wort - ich war verstummt -
heilig der Augenblick.

Ich wollt' es lesen, Blatt für Blatt,
die vielen hundert Seiten,
zu lernen Gottes Wort und Rat;
doch konnt' ich's nicht begreifen. -

Nun lese ich schon viele Jahr'
das Wort, zu Gottes Ruhm;
begreife, lerne, wunderbar
und hab' noch viel zu tun!

Entdecke stets aus neuer Sicht,
den Wert, die Kostbarkeit;
nähr' meinen Geist mit Himmelslicht,
stärk' mich in Prüfungszeit.

Der Greis wußte schon um den Wert,
trug eine tiefe Freude;
sein Lächeln, glücklich, wie verklärt,
verstehe ich erst heute!

Du Heilig Buch, zeigst Ziel und Weg,
bist Kompass, Steuer, Licht!
Erleuchte meinen Lebensweg,
bis dass mein Auge bricht.







Alma Tranum


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